Gebaut
provisorische Bankfiliale









MARLY, 2025
Das Projekt verwandelt einen rudimentären Gewerberaum in eine provisorische Bankfiliale im Herzen eines städtischen Entwicklungsquartiers.
Die Räumlichkeit zeigte sich mit freiliegender Betonplatte, unbearbeiteten Betonwänden sowie sichtbaren Leitungen in ihrer rohesten Form. Statt diesen Zustand zu kaschieren, erhebt ihn das Projekt bewusst zum gestalterischen Konzept.
Geprägt von zeitlichen, finanziellen und technischen Rahmenbedingungen entwickelt das Projekt aus der Einschränkung eine Strategie. Statt Ressourcen über das gesamte Volumen zu verteilen, konzentriert sich der Eingriff auf einen kompakten Holzkörper, der in die rohe Hülle eingefügt wird: ein sanfter Kern in seiner harten Schale.
Die Struktur vereint auf zwei Ebenen alle Arbeitsfunktionen: Büros, Beratungsräume, Küche, Sanitärräume und Stauraum. Der rohe Umraum bleibt offen für Empfang, Wartezone und Erschliessung und wird gezielt als kontrastreicher, öffentlicher Interaktionsraum eingesetzt.
Die Hülle bleibt bewusst sichtbar, zugänglich, wartbarund offen für künftige Veränderungen.
Von Beginn an war die zukünftige Nutzung des Raums offen: Er könnte als Providurium bestehen, ein neues Programm aufnehmen oder in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Das Projekt wurde für alle drei Szenarien entworfen. Die Holzstruktur ist vollständig mechanisch gefügt, demontierbar, versetz- und umbaubar. Temporär im Programm, aber auf Dauer ausgelegt: am selben Ort, anderswo oder in anderer Form.
© Thomas Telley Architektur Fotografie
